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Laborwerte: Blick ins Blut

Saft des Lebens: Als Transporter und Suchtrupp erfüllt Blut wichtige Aufgaben im Körper. Blutuntersuchungen geben oft entscheidende Hinweise auf Krankheiten
von Diana Engelmann, 18.04.2017

In einem Mikroliter Blut treiben in etwa fünf Millionen rote Blutkörperchen

W&B/Frank Widemann, W&B/Waldimir Bulgar

Kein Leben ohne Blut. Fünf bis sechs Liter pumpt das Herz pausenlos durch den Körper. In der roten Flüssigkeit schwappen Nährstoffe und Substanzen durch unseren Organismus, welche die Zellen für ihren Stoffwechsel brauchen. Zum Beispiel Sauerstoff. Gleichzeitig leitet Blut Abfallprodukte an Organe wie Leber oder Nieren, die schädliche Stoffe abbauen beziehungsweise aus dem Körper befördern.

Manche Bestandteile des Blutes helfen der Immun­abwehr. Die weißen Blutkörperchen erkennen Krankheitserreger und bekämpfen sie. Um die Körpertemperatur zu regulieren, transportiert Blut außerdem Wärme. Und es steuert die Gerinnung – eine wichtige Funktion, wenn es da­rum geht, Wunden zu verschließen.

Zusammensetzung des Blutes

W&B/Astrid Zacharias

Blutuntersuchungen

Beim Blick ins Blut unterscheidet die Medizin zwischen dem flüssigen Anteil, dem Blutplasma, und den festen Bestandteilen.

Plasma ohne Gerinnungsfaktoren nennen Fachleute Serum. Es wird häufig verwendet, um Blutwerte zu ermitteln, weil Stoffe darin länger stabil bleiben. Analysieren Laborärzte die Flüssigkeit, erhalten sie viele Informationen über den Zustand des gesamten Organismus und Hinweise auf mögliche Erkrankungen.

Laborwerte

Werte richtig einordnen

Um festzustellen, ob jemand krank ist, reichen Blutwerte selten aus. Schon gar nicht einzelne. Die Angaben liefern nur Hinweise und müssen im Zusammenhang mit sonstigen Beschwerden und dem Gesamtzustand des Patienten interpretiert werden.

Zum Beispiel belegen mehr weiße Blutkörperchen (Leukozyten) als normal nicht automatisch einen Infekt. Kommen Fieber und Schnupfen hinzu, dann wahrscheinlich schon. Doch Stress kann die Zahl ebenfalls leicht erhöhen.

Normbereich als Richtwert

Als Grundlage für die Normwerte dient der Durchschnitt der Werte, die sich aus 95 Prozent der Angaben von Gesunden ergeben. Also besteht auch bei Gesunden eine fünfprozentige Wahrscheinlichkeit für einen Wert außerhalb der Norm. 

Lassen Ärzte ein Blutbild erstellen, unterscheiden sie zwischen dem großen und dem kleinen. Letzteres erfasst Blutzellen und ihr Verhältnis zum flüssigen Teil des Blutes – also rote und weiße Blutkörperchen, den Blutfarbstoff Hämoglobin und Blutplättchen. "Ich verwende es, wenn sich jemand nicht gut fühlt und ich noch nicht weiß, wohin die Reise geht", sagt Professorin Erika Baum, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin. Die Werte geben zum Beispiel Hinweise darauf, ob eine Entzündung vorliegt.

Großes Blutbild für genauere Aussagen bei Infektionen

Das große Blutbild schlüsselt die verschiedenen weißen Blutkörperchen auf. Ihre Mengen und ihre Verhältnisse deuten auf bestimmte Infektionen hin. "Pfeiffersches Drüsenfieber etwa folgt einem ganz bestimmten Muster", so Baum. 

Übrigens: Nüchtern Blut abzunehmen ist in den meisten Fällen nicht mehr nötig. Fragen Sie  bitte im Zweifel Ihren Arzt. Für Routineuntersuchungen von Blutfett oder -zucker reichen nicht- nüchterne Werte aus. Nur wenn diese in einer Grauzone lagen, benötigt man nüchtern erhobene. "Früher waren die Labormethoden anfälliger für Fette, die im Blut rumschwimmen, daher die Nüchtern-Regel", sagt Medizinerin Baum. Heute sind die Analyseverfahren genauer.



Bildnachweis: W&B/Frank Widemann, W&B/Waldimir Bulgar, W&B/Astrid Zacharias

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